Funktion der Isophob-K Druckwassersperre

Allgemeines:

Bei Bauwerksabdichtungen unterscheidet man zwischen zwei Arten von Wasserschäden, dem Kapillarwasserschaden und dem Druckwasserschaden, auch Stauwasserschaden genannt.

Kapillarwasserschäden entstehen durch die kapillare Saugwirkung der porösen Wand (wie beim Docht einer Öllampe), bei dem aus dem feuchten Erdreich Wasser in die Wand gesaugt wird.

Dagegen spricht man von einem Druckwasserschaden, wenn das Wasser in bzw. durch die Wand gedrückt wird. Der wirksame Druck wird hierbei allein durch die Wassersäule erzeugt, die sich außen vor der Wand (in der ehemaligen Baugrube) aufstaut.

Kapillarwasserschäden entstehen also durch Sog und Druckwasserschäden durch Druck. Wenn sich Wasser außen vor der Kellerwand 1 m hoch aufstaut, dann erzeugt es unten, am sogenannten Fuß der Wassersäule einen Druck von 0,1 bar. Das ist etwa der Druck, den man mit dem Mund erzeugen kann. Der Druck ist also nicht sehr hoch und kann doch sehr unangenehme Wasserschäden an Gebäuden erzeugen.

Im vorherigen Kapitel „Flächensperren“ wurde schon darauf hingewiesen, dass in vollfugig vermörteltem Vollsteinmauerwerk (ohne große Hohlräume) eine isophob®-k-Sperre durchaus ausreicht, um gegen diesen geringen Druck abzudichten. Das gilt natürlich nur – wie bereits erwähnt – wenn sich keine größeren Risse und Kanäle im Mauerwerk befinden.

Von außen eindringendes Druckwasser
Bild 15: von aussen eindringendes Druckwasser

Druckwasserschäden sind in den meisten Fällen einfach zu erkennen. Kapillarwasser basiert – wie oben definiert – auf dem kapillaren Saugeffekt des Mauerwerks. Daher fließt Kapillarwasser nie aus der Wand.
Ist der Wasserschaden mit Pfützen im Keller verbunden, basiert der Wasserdurchfluss auf Druck. Es liegt dann mit Sicherheit ein Druckwasserschaden mit Rissen oder Kanälen in der Wand vor.
Andererseits gibt es in seltenen Fällen sogenannte versteckte Druckwasserschäden, die keine Pfützen bilden und wie ein Kapillarwasserschaden aussehen. Diese Schadenart entsteht dadurch, dass der äußere Abdichtungsfehler nur gering ist, und das außen anstehende Druckwasser nur in so geringer Menge in die Wand eindringt, dass die gesamte Wassermenge von der Wand aufgesaugt wird und an der Oberfläche verdunstet. Im Folgenden sollen daher die Druckwasserschäden behandelt werden, bei denen auch wasserführende Kanäle oder Risse im Mauerwerk vorhanden sind, die einer zusätzlichen Abdichtungsmaßnahme bedürfen.
Die Zusammenhänge die zur Bildung von Druckwasserschäden führen, sind kompliziert und umfangreich. Diese Schäden sollten daher stets durch erfahrene Druckwasser-Abdichtungsspezialisten diagnostiziert und bearbeitet werden.

Funktion der isophob®-k - Druckwassersperre
Die normale isophob®-k-Druckwassersperre im Mauerwerk ist eine sogenannte Kombisperre, bestehend aus einer isophob®-k-Sperre oder Flächensperre und einer Druckinjektion von 2-komponentigem Spezialepoxidharz (PlastaPox UW), mit dem Risse, Mörtelfehler, Hohlräume und sonstige Kanäle im Mauerwerk kraftschlüssig und dicht verfüllt werden.
PlastaPox UW ist auf das isophob®-k-System abgestimmt und erzielt auch an nassem und mit isophob®-k behandeltem Baustoff eine einwandfreie Haftung. Diese Kombination von isophob®-k-Sperre und der Hochdruckharzinjektion ist wichtig. Man kann allein durch die Harzinjektion zwar den Druckwasserdurchfluss verhindern, aber den Kapillarwasserschaden im feinporigen Baustoff des Mauerwerks nicht abstellen.
Die für die Riss- und Hohlrauminjektion benötigten Harze müssen so dickflüssig sein, dass sie nicht aus dem Riss oder Hohlraum ausfließen. Damit sind sie aber zu dickflüssig, um in die Poren des Baustoffs einzudringen. Die Langlebigkeit einer Druckwassersperre wird vor allen Dingen durch eine hohe Alkalibeständigkeit und die dauerhafte Flankenhaftung des ausgehärteten Harzsystems am Baustoff bestimmt. Sperrungen mit herkömmlichen PU-Harzen oder PU-Schäumen, weisen, wegen ihrer Alkaliempfindlichkeit und schlechten Flankenhaftung, eine ungenügende Lebensdauer und Wirkung auf.
Bild 15 zeigt jedoch noch einen zweiten Druckwasserdurchfluss, zwischen dem Betonfußboden und dem Fundament bzw. der Wand. Dieser Durchflusskanal wird mittels reiner PlastaPox UW-Injektion in die Arbeitsfuge zwischen Fundament und Fußbodenplatte geschlossen. Bild 15 zeigt bereits zwei mögliche Wasserdurchflüsse. In der Praxis gibt es, durch die unterschiedlichen Konstruktionen im Fundamentbereich eine Vielzahl von Möglichkeiten für den Druckasser-Eintritt und Durchfluss, die natürlich auch in Kombination vorliegen können.

Druckwasserschaden bei  Beschädigung der vertikalen Außenabdichtung
Bild 16: Druckwasserschaden bei Beschädigung der vertikalen Außenabdichtung



Bild 16 zeigt ein einfaches Beispiel: Es liegen Beschädigungen der vertikalen Außenabdichtung in drei verschiedenen Höhen vor. Da das Wasser durch die unterste Undichtigkeit, direkt im Bodenwandanschluß in den Keller fließt, staut es sich außen nicht weiter auf. Es erreicht die beiden höher liegenden Fehlstellen also nicht. Verschließt man nun die untere Fehlstelle durch eine Reaktionsharz-Injektion, dann kann das außen stehende Wasser nicht mehr in den Keller abfließen und staut sich weiter auf; möglicherweise bis zur nächst höheren Fehlstelle.
Das Wasser überwandert in diesem Fall die Abdichtungsmaßnahme und es muss eine weitere Injektion oberhalb der ersten erfolgen (Bild 17).

Wasser überwandert  die Abdichtungsmaßnahme
Bild 17: Wasser überwandert die Abdichtungsmaßnahme

Es gibt keine Maßnahme, eine solche Überwanderungsmöglichkeit vorher festzustellen. Eine Überwanderung kann man nur feststellen, wenn sie passiert.
Außer der Möglichkeit der Überwanderung gibt es unter Umständen auch noch die Möglichkeit der seitlichen Umwanderung, wenn man nur ein Teilstück der Wand abgedichtet hat. Die Um- oder Überwanderung einer Teilabdichtung ist also nicht darauf zurückzuführen, dass der Handwerker falsch oder schlampig gearbeitet hat, sondern ein normaler Vorgang.
Wir werden Sie als erfahrener Druckwasser-Fachmann bei einem begründeten Verdacht auf diese Möglichkeiten hinweisen.
Wie gesagt, Druckwasser hat viele Möglichkeiten einen Hauseigentümer oder Handwerker zu ärgern. Einige dieser Möglichkeiten sind allerdings auch konstruktionsbedingt.


Druckwasserschaden bei Einzelbodenplatten
Bild 18: Druckwasserschaden bei Einzelbodenplatten


Ein weiterer konstruktionsbedingter Druckwasserschaden wird im Bild 18 gezeigt. Hier ist die Konstruktion des Fußbodens verantwortlich. Häuser, die vor 1960 gebaut wurden, haben fast ausschließlich nachträglich eingegossene Betonfußboden-Platten. Der Betonboden wurde also zwischen die Kellerwände gegossen. Hierdurch entsteht zwischen Bodenplatte und Wand, sowie dem Fundament eine sogenannte Arbeitsfuge, durch die Druckwasser in den Keller gelangen kann. Außerdem dringt Wasser ins Mauerwerk ein und steigt dort kapillar nach oben.
Auch dieser Druckwasserfehler kann durch geeignete Injektionsmaßnahmen abgestellt werden.
Diesen Fehler bekommen Sie übrigens nur von innen, nie von außen in den Griff. Selbst bei exaktester Abdichtung außen bleibt die Arbeitsfuge innen bestehen.


Der „versteckte“ Druckwasserschaden:


Seit etwa 1960 wurden fundamentüberspannende Bodenplatten gebräuchlich (Bild 19). Bei dieser Konstruktion gibt es keine innere Arbeitsfuge durch die Druckwasser fließen könnte. Allerdings gibt es auch in solchen Kellern durchaus Druckwasserschäden und möglicherweise sogar einen besonders tückischen:

versteckter Druckwasserschaden bei fundamentüberdeckender Bodenplatte
Bild19: versteckter Druckwasserschaden bei fundamentüberdeckender Bodenplatte



Bild 20 zeigt hierfür ein typisches Beispiel. Der eigentliche Schaden ist nicht die aufsteigende Feuchtigkeit in der tragenden Innenwand. Diese hat wegen der durchlaufenden Betonfußbodenplatte keinen Kontakt zum nassen Erdreich.
Es handelt sich vielmehr um einen versteckten Druckwasserschaden in der Außenwand.
Da die besandete Bitumenpappe an der Außenwand ohne Mörtelschicht auf den Beton gelegt wurde, fließt das Wasser unter der Bitumenpappe in den Keller. In der Außenwand selbst ist kein Feuchteschaden feststellbar.
Da der Estrich im Keller als sogenannter „schwimmender Estrich“ ausgeführt wurde, liegt zwischen dem Betonboden und dem Estrich eine Kunststofffolie. Das Wasser fließt also auch noch unter der Kunststofffolie bis an die Mittelwand, in der es als Kapillarwasser aufsteigt.
Der Druckwasser unerfahrene Handwerker „repariert“ also die vermeintliche aufsteigende Feuchtigkeit an der Innenwand und verhindert möglicherweise dort das aufsteigende Kapillarwasser. Den eigentlichen Schaden, den Wassereintritt durch die Außenwand, hat er damit aber nicht beseitigt. Die Folge ist, dass sich das Wasser unter dem Estrich in andere Keller ausbreitet und dann dort Schäden entstehen. Eine solche Maßnahme bringt zwar erhebliche Kosten, aber keinen Erfolg. Wie wichtig es ist, grundsätzlich den Wasserschaden am Wassereintritt zu beseitigen und nicht an der Wasseraustrittsstelle herum zu basteln, wird hier besonders deutlich.

versteckter Druckwasserschaden in der Außenwand
Bild 20: versteckter Druckwasserschaden in der Außenwand



Als speziell geschulter Isophob-Fachbetrieb verfügen wir über entwickelte Diagnosemethoden, solche Schäden sicher zu lokalisieren und den Schaden am Wassereintritt zu reparieren. Was dabei herauskommt, wenn ein mit Druckwasser unerfahrener Handwerker eine Abdichtung des Wasseraustritts durchführt, zeigen die Bilder 21 + 22.
Bild 21 zeigt einen Sperrputzsockel mit Hohlkehle im Fußboden-bereich. Das Wasser zeigt sich hier bereits nach 1-2 Jahren wieder.

Sperrputzsockel mit Hohlkehle im Fußbodenbereich
Bild 21: Sperrputzsockel mit Hohlkehle im Fußbodenbereich



Noch schlechter funktioniert die Abdichtung des Wasseraustritts mit sogenannter „Dichtschlämme“ (Bild 22). In beiden Fällen wird sich das Wasser einen neuen Weg in den Keller suchen.
Im Bild 22 ist das deutlich zu erkennen. Das Wasser ist einfach höher gewandert und erzeugt nun Wasserschäden oberhalb des Dichtschlämmesockels. Allerdings wird auch die Dichtschlämme bereits nach kurzer Zeit wieder beschädigt (von der Wand gedrückt). Solche Maßnahmen reparieren den Schaden also nicht, sondern verstecken ihn nur für kurze Zeit und vergrößern ihn.
Durch Mörtelfehler in der Wand entstandene Kanäle lassen das Wasser in der Wand oftmals viele Meter fließen, bis es dann innen austritt und im Keller Pfützen bildet. Das gilt besonders für Außenwände, die absichtlich nicht vollfugig vermörtelt wurden. Diese Bauweise, die für unter dem Erdreich liegendes Mauerwerk nur als grober Unfug gewertet werden kann, hat sich leider seit ca. 30 Jahren etabliert und führt im Druckwasserschadenfall zu entsprechend aufwändigen und damit teuren Abdichtungsarbeiten. Die äußere Stelle des Wassereintritts ist bei derartiger Wandausführung also nicht zu erkennen, was die Beurteilung des Schadens und die Festlegung der notwendigen Arbeiten so schwierig, sowie die notwendigen Maßnahmen aufwändiger macht, als eigentlich notwendig.

Wasserschäden oberhalb eines Dichtschlämmesockels
Bild 22: Wasserschäden oberhalb eines Dichtschlämmesockels




Druckwasserschäden sind, wie gesagt, sehr vielseitig und an dieser Stelle konnten nur einige typische Schäden gezeigt werden.
Wir wollten Sie mit den Beschreibungen auch nicht verängstigen, sondern lediglich aufzeigen, wie wichtig es ist, mit der Reparatur von Druckwasserschäden nur erfahrene Spezialisten zu betrauen, damit Sie nicht Geld für unnütze oder falsche Maßnahmen bezahlen.

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